Geschichte

 


Betrieb und Verein

Sofern es das Vereinsbudget erlaubt, werden hin und wieder auch neue Fahrzeuge für den Betrieb auf der Anlage beschafft. Wenn dies nicht der Fall ist, oder solche Wunschfahrzeuge noch nicht im Handel sind, hat der EAU auch schon zum Selbstbau gegriffen. So wurden zum Beispiel eine Serie “Uster-Bräu“-Wagen aus Produkten eines Grossserienherstellers hergestellt als Erinnerung an die Ustermer Brauerei, die eben dieses Getränk herstellte. Da diese Wagen ein grosses Echo auslösten, wurde eine weitere Kleinserie mit individueller Beschriftung nach Kundenwunsch aufgelegt und realisiert. Ein ganz spezielles Fahrzeug wurde die Nachbildung des KNIE-Wagens, mit welchen der Zirkustross jeweils auf dem Schienenweg seine Vorstellungsorte erreichte. Unter der Anleitung eines Profis wurde solch ein Modell aus Messingprofilen zusammengesetzt und gelötet. Da nicht alle Mitglieder über die speziellen Fertigkeiten des Lötens verfügten, wurden auch dreimal entsprechende Kurse zu diesem Thema durchgeführt. Dass die an diesen Kursen erworbenen Fähigkeiten auch bei anderen Modellbahnarbeiten, wie Verdrahtungsarbeiten, Schienenbau und Oberleitungsinstallationen eingesetzt werden können, muss hier nicht speziell erwähnt werden! Auch sind im Vereinsbetrieb schon “Holzkurse“ zum Bau von Gebäuden und Bahnanlagen angeboten worden, welche jeweils reges Interesse ergaben. Auf diese Weise kann jeder interessierte Modellbahner immer noch ein wenig dazulernen! Ein ganz interessanter Kurs gab es in den Anfangszeiten des EAU: Ein Elektrokurs, in welchem alle Stromneulinge erfahren konnten, was es denn so mit Ohm, Watt und Volt nebst den Widerständen so auf sich hat.

Daneben wird im Verein EAU nicht nur über trockene Materie debattiert, sondern es werden auch hin und wieder Ausflüge und Exkursionen zu interessanten Bahnanlagen organisiert und durchgeführt. Dass diese per Bahn oder zumindest per ÖV organisiert werden, versteht sich doch! Jedes Jahr organisiert der Vorstand einen Clubausflug, an welchem auch die Angehörigen teilnehmen können. Dieses Jahr war es eine dreitägige Reise ins schöne Südtirol nach Meran. Mit Bahn und Postauto durch den Vereinatunnel und über den Ofenpass ging‘s ins Vinschgertal. Dort konnte bei einem Zwischenhalt eine riesige, auf drei Stockwerken realisierte Modellanlage betrachtet und begutachtet werden. Andere Bahnluft konnte auf der Rückfahrt via Brenner und Arlberg geschnuppert werden. Auch die Südtiroler Küche bot viel Abwechslung auf diesem Ausflug. Jeden Sommer trifft man sich an einem Wochenende zum gemütlichen Beisammensein mit Grillen und Braten in einer Waldhütte der Umgebung.

Das Vereinsleben findet jeden Mittwochabend ab 19.30 Uhr in den Räumen des Clublokals an der Berchtoldstrasse in Uster statt. In organisierten Bau-oder Fahrabenden besteht immer die Möglichkeit, sein Modellbahnwissen zu erweitern oder sein eigenes Wissen anderen Kameraden weiterzugeben. Die Mitgliedschaft steht allen Interessierten ab 12 Jahren offen und teilt sich in Aktiv- und Passivmitgliedschaft auf. Die Kosten für ein Jahr der Aktivmitgliedschaft betragen zurzeit 157.00 CHF, wobei ein Monatsabo der Zeitschrift “Eisenbahn Amateur“ inbegriffen ist.

Eine fast unerschöpfliche Quelle des Eisenbahnwissens ist die im Club vorhandene Fachbibliothek mit Eisenbahnliteratur der unterschiedlichen Genres aus vielen Ländern, wo sich jedes Mitglied nach Bedarf sein Buch ausleihen kann. Die meisten “Modellisebähnler“ sind aber auch auf eine Art dem Sammeln angetan: Da werden Fahrzeuge der bevorzugten Bahnen, Fotos und Filme davon, aber auch Billette aus der ganzen Welt zusammengetragen und auch immer wieder angesehen und dabei kommen die Erlebnisse wieder hervor, welche man auf früheren Bahnreisen erlebte.

Heute haben die wenigsten Fans noch genügend Platz und Raum, um eine grosse Modellbahnanlage ihr Eigen zu nennen und zu betreiben. Trotz der stetigen Verkleinerung der Baumassstäbe erfordert ein präsentabler Schnellzug halt doch seine 8 bis 10 Wagen, was halt schon eine Länge von etwa 3 bis 3,5 Metern Länge ergibt. So ergibt sich der Zusammenschluss in einem Verein als Alternative.

Der Verein EAU konnte zu Spitzenzeiten mit einer Anzahl von 105 Mitgliedern aufwarten. Unterdessen sind es nur noch halb so viele. Umzüge, berufliche Veränderungen, Neuausrichtung der Interessen und nicht zuletzt auch Todesfälle führten zu diesem ernüchternden Ergebnis. Wo man früher am MEGA-Tag den Schülabgängern die Modellbahnanlage mit ihrer Aura vorführen konnte, wird heute keine solche Möglichkeit mehr geboten und es ist sehr schwierig, neue Mitglieder für den Verein zu finden. Auch hier konnte die Verlagerung des Hobbys beobachtet werden: war es früher noch die Modelleisenbahn, kam dann bald mal das Töffli und heute ist es der Computer! Nicht vergessen werden soll auch die immer stärker werdende Belastung der Jugendlichen mit Berufsfragen und der verstärkten Ausübung von Sportarten jeder Richtung, was eben alles auch seine Zeit erfordert.