Geschichte

 


Einleitung und Rückblick

Der Ustermer Verein “Eisenbahn-Amateure Uster“ (EAU) betreibt im 2. Obergeschoss des Jugend- und Freizeithauses Uster eine grosse Modelleisenbahnanlage in der Spurweite H0, das entspricht 16mm Spurweite im Gleichstomsystem und ist mit seinen Mitgliedern bereits seit über 40 Jahren damit beschäftigt.

Gegründet wurde der Verein von einigen eisenbahnbegeisterten Fans jeglichen Alters und beruflicher Herkunft. 25 Gleichgesinnte beschlossen an der Gründungsversammlung im Mai 1970, sich gemeinsam der Herausforderung zum Bau einer grossen Gemeinschaftsanlage zu stellen.
Das heute noch gültige Projekt entstammte einem damaligen Modellbauwettbewerb, welcher der Anlage auch gleich noch den heutigen Namen “Zürcher Oberland“ mit auf ihren Weg gab. Mit dieser Benennung war auch die Vorgabe verbunden, auf der Anlage keine ICE (deutscher Intercityzug) und TGV (Train à grande vitesse, französischer Hochgeschwindigkeitszug) verkehren zu lassen, sondern nur Züge und Fahrzeuge, die auch wirklich im Zürcher Oberland im täglichen Fahrplaneinsatz stehen. Der Vereinsstart des EAU war zuerst im Dachboden des unterdessen umgebauten Jugend- und Freizeithauses an der Zürichstrasse beim Nashornkreisel in Uster. Eine präsentable Anlage mit viel Landschaft war nach einigen Jahren bereits installiert, als die Nachricht vom ‘JUHU‘-Umbau beim Verein eintraf.

Einerseits musste die ganze Anlage demontiert und abgebaut und an einem geeigneten Platz bis zu einem möglichen und gewünschten Wiederaufbau eingelagert werden, andererseits musste ein geeigneter Platz für diesen Re-Start gefunden werden. Daneben benötigten die Vereinsmitglieder diverse moralische Spritzen, um den Vereins-Idealismus nicht einschlafen zu lassen. Die Demontage der alten Anlage war mit einigem Weh verbunden, mussten doch die erschaffenen Anlagenteile zersägt werden, um sie aus dem Raum zu schaffen. Damit dem Verein dieses Malheur nicht ein zweites Mal passieren muss, wurde die heutige Anlage in leicht zu transportierenden und einfach zu montierenden Modulstücken aufgebaut, welche das Treppenhaus problemlos passieren könnten! Damit eine neue Anlage möglichst rasch aufgebaut und realisiert werden konnte, wurde zum Sponsoring gegriffen, wodurch rasch und unkonventionell finanzielle Mittel flossen und gleich einmal etwas zu sehen war! Das Einpassen der möglichen Anlageteile in die gegebenen Gebäudeabmessungen erfolgte mittels eines PC-Programmes. Alle Holzarbeiten konnten professionell von Werner Schürmann, einem Mitglied in dessen Hobbywerkstatt ausgeführt werden und auf diese Art und Weise entstand rasch und passgenau eine Neuanlage, welche auch den Vereinszusammenhalt wieder stärkte und dem Vereinsgedanken neuen Auftrieb bescherte. So entstand Teil für Teil in einer überschaubaren Reihenfolge und jeder konnte gemäss seinen Fähigkeiten dabei helfen !

Eine Anlagenplatte nach der anderen konnte fertiggestellt und verdrahtet werden. Das Ergebnis wurde immer wieder an “Tagen der offenen Türe“ den staunenden Besuchern vorgestellt. Erfahrungen von anderen Club’s wurden berücksichtigt, damit die gleichen Fehler nicht zweimal gemacht würden! Auch an eben solch einem Anlass musste festgestellt werden, dass zu wenige Abstellgleise für unsere Modellzüge vorhanden waren.

Dies führte zum Aufbau eines 6-gleisigen unterirdischen Abstellbahnhofes, auf welchem heute total 12 Züge Rast halten können. Dessen Betriebsregime ist streng richtungsgetrennt und so ergab sich eine sichtbare Beruhigung des Betriebes.

Beim Aufbau der Anlage wurde vorausschauend gebaut und auf spätere Eventualitäten Rücksicht genommen. So wurde unter Anderem in den Wendeln schon eine stabile Oberleitung eingebaut, im konkreten Wissen darum, dass eine solche nicht gebraucht würde, aber man nach dem Fertigbau keinen Zugang mehr zu diesen Stellen haben würde. Auch aus Erfahrungen in anderen Clubanlagen wurden längs der Gleise sogenannten „Banden“ (Leitplanken) installiert, die einen Absturz bei einer Entgleisung verhindern sollen. Dies ist nicht nur aus optischen Gründen notwendig, sondern deswegen, weil die Modellfahrzeuge immer teurer und detaillierter werden! Heute kosten Modellfahrzeuge 6 bis 10 mal so viel wie früher.